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Artemis
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Artemis (altgriechisch áŒÏÏΔΌÎčÏ Ărtemis) ist in der griechischen Mythologie die Göttin der Jagd, der JungfrĂ€ulichkeit, des Waldes, der Geburt und des Mondes sowie die HĂŒterin der Frauen und Kinder. Sie zĂ€hlt zu den zwölf groĂen olympischen Göttern. Sie ist die Tochter des Zeus und der Leto und Zwillingsschwester des Apollon. Ihr entspricht Diana in der römischen Mythologie.
Contents
âą Etymologie
âą Zuschreibungen
âą Attribute
âą Beinamen
âą Aspekte
âą Mythos
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Etymologie
Die Herkunft des Namens ist ungeklĂ€rt. Die frĂŒhesten bezeugten Formen des Namens Artemis im mykenischen Griechisch sind a-te-mi-to (đđłđđ”) und a-ti-mi-te (đđŽđđł), der in Linear B in Pylos gefunden wurde.cite-ref-1[1] Ihr Beiname qe-ra-si-ja (đ€đšđŻđ) war zu altgriechisch TherasĂa (ÎΔÏαÏία) geworden, der vielleicht âGöttin von Theraâ bedeutet.cite-ref-2[2] Es wird angenommen, dass eine VorgĂ€ngerin von Artemis im minoischen Kreta als Göttin der Berge und der Jagd, Britomartis (ÎÏÎčÏÏΌαÏÏÎčÏ BritĂłmartis, deutsch âsĂŒĂe Jungfrauâ), verehrt wurde.
Antike griechische Schriftsteller verbanden Artemis (dorisch Artamis) im Rahmen antiker Volksetymologie zu áŒÏÏÎ”ÎŒÎźÏ artemážs, deutsch âheil und gesundâcite-ref-3[3] oder áŒÏÏÎ±ÎŒÎżÏ ĂĄrtamos, deutsch âSchlĂ€chterâ.cite-ref-4[4] Ein anderer Herleitungsversuch verbindet die Namensvarianten Arktemis und Arktemisa mit dem griechischen Wort ĂĄrktos âBĂ€râ (zu protoindogermanisch *hârÌ„tkÌĂłs), was einen Bezug zum Mythos der Kallisto, die eigentlich direkt auf Artemis (arkadischer Beiname kallisto) bezogen war, erlaubt. Artemis wĂ€re in dem Fall mit einem BĂ€renkult verbunden gewesen, der im attischen Brauron belegt ist.cite-ref-5[5] Er wĂ€re Ăberbleibsel eines weiter verbreiteten BĂ€renkults, der auch im Umfeld anderer indogermanischer Gottheiten gefunden wurde, z. B. der gallischen Artio.
Neben diesen ErklĂ€rungsansĂ€tzen wird ĂŒberwiegend die Verbindung mit anatolischen Namen betont,cite-ref-6[6] zumal Artemis in Lydien unter dem Namen Artimus verehrt wurde.cite-ref-7[7]
Zuschreibungen
Attribute
Ihre bekanntesten Attribute sind der silberne Bogen, der auch die Mondsichel symbolisiert, und die silbernen Pfeile, welche ihr von den Kyklopen geschenkt wurden. Mit dem Bogen sandte sie treffsichere Pfeile gegen die Sterblichen, um Krankheiten ĂŒber sie zu bringen. Selten sind der Speer und das Jagdnetz ihre Attribute. Unter den Pflanzen sind ihr das Wermutkraut (lat. Artemisia absinthium) und die Zypresse, die Moorlilie und die Palme heilig.
Auch gelten die Tiere des Waldes allgemein als ihre Attribute, insbesondere der Hirsch und die Kerynitische Hirschkuh, aber auch BĂ€r und Eber. DarĂŒber hinaus wird sie als Kalbs- oder GamstrĂ€gerin oder in Begleitung von Stieren dargestellt. Im Zusammenhang mit ihren Aspekten als Fluss- und Quellgottheit ist sie mit Fischen, insbesondere dem Kugelfisch verbunden.
Als Schwester Apollons und als Göttin, die den Tanz und den Reigen liebt, spielt sie die Lyra, in ihrer Angleichung an Hekate ist sie wie diese FackeltrÀgerin. Bereits bei Homer lenkt sie einen von Hirschen gezogenen Wagen ganz aus Gold.
Beinamen
VielfĂ€ltig wie die Aspekte der Artemis waren auch ihre Kult- und Beinamen. Im gesamten griechischen Kulturraum verbreitet, wurde sie gleichermaĂen mit ĂŒberregionalen wie mit lokalen Beinamen angesprochen. Homer nennt sie potnia theron, âHerrin der Tiereâ, und Agrotera, JĂ€gerin.cite-ref-8[8] Als Agrotera besaĂ sie in Attika ein bedeutendes Heiligtum,cite-ref-9[9] doch verehrte man sie unter diesem Namen etwa auch in Sparta, wo man ihr vor der Schlacht opferte.cite-ref-10[10]
Ihr Geburtsort verlieh der Göttin den Beinamen Kynthia (lateinisch Cynthia, â(die) vom Berg Kynthos Kommendeâ). Ein weiterer Beiname der Göttin ist Phoibe (lateinisch Phoebe), nach ihrer GroĂmutter und in Angleichung an die Namensgebung ihres Bruders Phoibos Apollon. Auch hatte sie den Beinamen Delia, âdie von der Insel Delos Stammendeâ. Nach der griechischen Sage wurden Artemis und ihr Bruder Apollon auf dem Berge Kynthos auf der Insel Delos geboren. Ăberregional waren auch ihre Beinamen Kourotrophos, der sie als âHĂŒterin der Jugendâ auswies, und Locheia, mit dem sie von GebĂ€renden und Hebammen angerufen wurde. In Ionien weit verbreitet war Artemis Triklaria, fĂŒr die Menschenopfer ĂŒberliefert sind.cite-ref-11[11]
Regionale Epitheta der Artemis waren beispielsweise Alpheiaia,cite-ref-12[12] Alphaionia oder Alpheiousa,cite-ref-13[13] wie im elischen Letrinoi und auf Ortygia bei Syrakus, wo sie eigene HeiligtĂŒmer besaĂ. Der Sage nach hatte sie sich erfolgreich dem Flussgott Alpheios entzogen, der auf der Suche nach ihr unterseeisch bis nach Ortygia floss. In Sparta verehrte man sie auch als Aigineia, die âJĂ€gerin der GĂ€msenâ,cite-ref-14[14] und als Orthia, die âhohe, groĂe Göttinâ, oder als Lygodesma, die âWeidengebundeneâ, weil ihr Standbild an einer Weide aufrecht stehend gefunden wurde.cite-ref-15[15] besonders in Messenien wurde Limnatis verehrt. In Athen konnte sie mit Aphaia identifiziert werden. In Naupaktos hatte die Aitole, nachdem die Stadt von den Aitolern besetzt worden war, einen Kultcite-ref-16[16] und auch bei den Venetern gab es ein der Aitole geweihtes Heiligtum.cite-ref-17[17] In Patrai hatte Laphrai, der man lebende Tiere und FrĂŒchte auf dem Brandaltar opferte, ihren Kult, ebenso wie Triklaria.cite-ref-18[18] Eine weitere Epiklese fĂŒr die Göttin Artemis war Selasphoros (ΣΔλαÏÏÏÏÎżÏ SelasphĂłros, deutsch âLichttrĂ€gerâ). Ein kulturelles Zentrum Pamphyliens besaĂ Artemis Pergaia in Perge, wo jĂ€hrlich ein groĂes Fest stattfand. RĂŒckseiten auf MĂŒnzen von StĂ€dten des nahen Pisidiens zeigen, dass es mit weiteren HeiligtĂŒmern der Artemis Pergaia in diesen StĂ€dten auch sogenannte Filialkulte gab.cite-ref-19[19]
Eine Sonderform der Artemis stellt die Artemis Ephesia dar, die in dem ihr geweihten berĂŒhmten groĂen Tempel in Ephesos, einem der Sieben Weltwunder der Antike, verehrt wurde.cite-ref-20[20] Sie gilt als Synthese der Artemis griechischer Einwanderer mit einer Naturgöttin Anatoliens.cite-ref-21[21] Ihre Statue in Ephesos zeigte nach archĂ€ologischen und literarischen Zeugnissen ihren Oberkörper bedeckt mit BrĂŒsten, die sie laut christlicher Polemik als angebliche ErnĂ€hrerin aller Lebewesencite-ref-22[22] verkörpern sollten. Nach anderer Deutung handelt es sich um Stierhoden der ihr geopferten Opferstiere.cite-ref-23[23] AnfĂŒhren lĂ€sst sich fĂŒr diese Deutung kein literarisches Zeugnis, das eine Beziehung zwischen der ephesischen Artemis und einem irgendwie gearteten Stierkult belegen könnte.cite-ref-24[24] Eine jĂŒngere Deutung schlĂ€gt vor, in den BrĂŒsten eine kurĆĄa-Jagdtasche zu sehen, die bei den Hethitern kultisch verehrt wurden.cite-ref-25[25] Diskutiert wird auch ein Zusammenhang mit dem Krankheitsbild einer Polymastia glandularis mit fehlenden Brustwarzen wie bei der vielbrĂŒstigen Artemis.cite-ref-26[26]
Aspekte
Artemis wird meist als jungfrĂ€uliche JĂ€gerin beschrieben,cite-ref-27[27] die allein oder von gleichfalls jungfrĂ€ulichen Nymphen begleitet durch die WĂ€lder streift. Den Aspekt der JungfrĂ€ulichkeit, den sie mit gröĂter HartnĂ€ckigkeit bewahrt und verteidigt, teilt sie mit Hestia oder Athene, und auch von ihren AnhĂ€ngerinnen wurde die Wahrung der JungfrĂ€ulichkeit erwartet.
Artemis hat den Ruf einer grausamen und strengen Göttin. In ihrer Rolle als HĂŒterin der GebĂ€renden wird sie mitunter mit Eileithyia oder Hera gleichgesetzt. Der zerstörerische Aspekt der Artemis wurde vor allem bei abnehmendem Mond geehrt. Artemis war eine wilde, unzĂ€hmbare Göttin, die Leben nicht nur gibt, sondern auch nimmt und fĂŒr die Menschenopfer praktiziert werden konnten, etwa der Artemis Triklaria in Patrai.cite-ref-28[28]
In der Ilias wird Artemis die âHerrin der Tiereâ (Potnia Theron) genannt, deren Junge unter ihrem Schutz stehen. Ihre Begleiter sind neben anderen Jungfrauen Hunde. Hunde sind traditionellerweise WĂ€chter des Tores zur Unterwelt; Artemis wird teilweise auch als Unterweltgöttin betrachtet, da sie unter anderem mit der Zaubergöttin Hekate gleichgesetzt wird. Sie jagt nach einigen Sagen in NeumondnĂ€chten, wĂ€hrend sie in den ĂŒbrigen NĂ€chten den Mondwagen ĂŒber den Himmel lenkt. Sie schĂŒtzte Frauen jeden Alters sowie Kinder beiderlei Geschlechts. Gleichzeitig wird Artemis zu den Fruchtbarkeitsgöttern gerechnet. Artemis kam als erste von den beiden Zwillingen auf die Welt und half ihrer Mutter bereits bei Apollos Entbindung. Deshalb beteten die Frauen zu Artemis um eine leichte Geburt.
Artemis wurde schon im 5. Jahrhundert mit Hekate identifiziert. In der hellenistischen Theologie wurde sie mit der Mondgöttin Selene gleichgesetzt,cite-ref-29[29] in der römischen Kaiserzeit dann mit verschiedenen Göttinnen, vor allem als Mondgöttin mit der Isis.cite-ref-30[30]cite-ref-31[31] Die Tatsache, dass Apollon und Artemis Zwillinge sind, wird in der SpÀtantike durch einen Dualismus in ihrer Rollenverteilung deutlich: Demnach reprÀsentierten sie die Gestirne Sonne und Mond, Apollon dem Sonnengott Helios gleichgesetzt, Artemis der Selene.
Bei den Römern entsprach ihr die Diana und bei den Etruskern die Artumes. In der Apostelgeschichte wird im Abschnitt ĂŒber die Aufruhr der Silberschmiede von Ephesus berichtet, dass der Stadtschreiber es als allgemein bekannt ansah, dass âdie Stadt der Epheser die TempelhĂŒterin der GroĂen Artemis und ihres vom Himmel gefallenen Bildes istâ.cite-ref-32[32]
Mythos
«ÎηÏᜌ ÎŽ' áŒÏÏλλÏΜα Îșα᜶ áŒÏÏΔΌÎčΜ áŒ°ÎżÏÎαÎčÏαΜ ጱΌΔÏÏΔΜÏα ÎłÏÎœÎżÎœ ÏΔÏ᜶ ÏÎŹÎœÏÏΜ ÎáœÏαΜÎčÏΜÏΜ ÎłÎ”ÎŻÎœÎ±Ï' áŒÏ' Î±áŒ°ÎłÎčÏÏÎżÎčÎż ÎÎčáœžÏ ÏÎčλÏÏηÏÎč ÎŒÎčγΔáżÏα.»
âLeto gebar den Apollon und Artemis, froh der Geschosse, Beide von holder Gestalt, wie keiner der himmlischen Götter, Da sie gesellt sich in Liebe zum aigistragenden Herrscher.â
â
Hesiod
:
ÎÎÎÎÎÎÎÎ -
Theogonie
Ihre Eltern sind Hesiod zufolge Leto und der oberste griechische Gott Zeus, ihr Zwillingsbruder ist Apollon. Die von Zeus geschwĂ€ngerte Leto war auf der Flucht vor dessen eifersĂŒchtiger Ehefrau Hera. Diese bewirkte, dass kein einziger Ort der Erde Leto einen Platz zum GebĂ€ren bieten sollte. SchlieĂlich wurde Leto von der schwimmenden Insel Delos aufgenommen. Die Titanin lag neun Tage lang in den Wehen.
Beim Angriff der Giganten auf die Olympischen Götter (Gigantomachie) schoss Artemis den Giganten Gration mit einem Pfeil nieder, der daraufhin von Herakles mit einem weiteren Pfeil getötet wurde.
Als Artemisâ LieblingsgefĂ€hrtin Kallisto von Zeus vergewaltigt worden war und Arkas geboren hatte, wurde sie von Artemis in eine BĂ€rin verwandelt und weggejagt, da eine Entjungferung fĂŒr die AnhĂ€ngerinnen der Göttin verboten war. In einer anderen Fassung war es die eifersĂŒchtige Hera, die Kallisto so bestrafte. Zeus versetzte Kallisto als âGroĂe BĂ€rinâ (lat. âUrsa Majorâ, GroĂer Wagen) an den Himmel.
Die bekannteste ErzĂ€hlung ĂŒber ein Zusammentreffen mit einem Mann ist die von Aktaion, einem Enkel des Kadmos, welcher ein leidenschaftlicher JĂ€ger war. Als er wieder einmal jagte und sich in der Mittagshitze einen kĂŒhlen Platz im Wald suchte, gelangte er in ein schattiges Tal, welches Artemis geweiht war. In seinem Grund befand sich eine Grotte, wo die Göttin gerade badete. Als Aktaion sie nackt sah, verwandelte sie ihn in einen Hirsch, um zu verhindern, dass er von dieser verbotenen Begegnung erzĂ€hle. Aktaion wurde wenig spĂ€ter von seinen eigenen Jagdhunden zerfleischt. Eine Interpretation behauptet, dass Aktaion ein Heiliger König war, der mit Artemis in ihrer Hirschgestalt Hochzeit hielt und am Ende seiner Zeit sterben musste.
In der RealitÀt wurde diese Jagd von Artemis-Priesterinnen nachgespielt, die mit Hundekopf-Masken bedeckt waren und einen als Hirsch verkleideten Mann jagten.
Als leidenschaftliche JĂ€gerin freundete Artemis sich mit Orion, dem prĂ€chtigen und wilden JĂ€ger, an. Ihr Zwillingsbruder Apollon erzĂŒrnte sich darĂŒber und forderte Artemis zum Wettkampf heraus: Es gelinge ihr sicher nicht, einen verschwommenen Punkt sehr weit drauĂen im Meer mit ihrem Pfeil zu treffen. Artemis schaffte dies sehr wohl â und bemerkte zu spĂ€t, dass sie damit den Kopf des dort schwimmenden Orion durchbohrt hatte. Deshalb erhob sie ihn als Sternbild in den Himmel, dessen Schulterstern Beteigeuze hell leuchtet, dessen Kopfstern aber schwerer sichtbar ist.
Ein weiterer Mythos sieht Orion als den JĂ€ger, der alle wilden Tiere des Erdkreises töten wollte. Die Erde oder Artemis selbst brachte daraufhin einen Skorpion hervor, gegen den Orion nichts ausrichten konnte und der ihn schlieĂlich tötete, wonach beide als Sternbild in den Himmel versetzt wurden.
Die Seherin Manto, eine Tochter des Teiresias, rief die thebanischen Frauen auf, der Titanin Leto Opfer darzubringen. Niobe jedoch versuchte das Volk zu ĂŒberreden, der Titanin Leto keine Opfer mehr zu bringen. Sie begrĂŒndete dies damit, dass sie vierzehn Kinder, sieben Jungen und sieben MĂ€dchen, habe und damit Letos zwei Kinder bei weitem ĂŒbertreffe. Dies erzĂŒrnte Leto, die die Geschehnisse vom Berg Kynthos aus angesehen hatte, derart, dass sie ihre Kinder Artemis und Apollon bat, ihr Genugtuung zu verschaffen. Mit Pfeil und Bogen tötete Artemis die MĂ€dchen, Apollon die Jungen (ein Motiv zahlreicher antiker Plastiken).
Meleagros, der Sohn des kalydonischen Königs Oineus und dessen Gemahlin Althaia, vergaĂ einmal, Artemis ein Opfer zu bringen, wĂ€hrend er an alle anderen Götter dachte. Daraufhin entsandte diese den furchtbaren Kalydonischen Eber, welcher die Saatfelder und alle anderen bebauten Felder verwĂŒstete. Meleagros begab sich, begleitet unter anderem von Atalante, auf die Jagd nach dem Tier.
Kurz vor dem Beginn des Trojanischen Krieges schickte Artemis eine Windstille, da Agamemnon, der AnfĂŒhrer der Achaier, auf der Jagd eine ihr geweihte Hirschkuh erlegt hatte. Teilweise wird auch als Grund genannt, dieser habe sich gebrĂŒstet, ein besserer SchĂŒtze zu sein als sie. Daraufhin forderte Artemis dessen Ă€lteste Tochter Iphigenie zum Opfer. Allerdings hatte Artemis im letzten Augenblick Erbarmen mit dem MĂ€dchen, rettete es vom Opfertisch, legte eine Hirschkuh auf den Altar und entrĂŒckte Iphigenie als Priesterin nach Tauris (siehe oben; vgl. auch: Iphigenie auf Tauris).
Die dritte der zwölf Aufgaben des Herakles bestand darin, eine heilige Hirschkuh mit einem goldenen Geweih zu fangen. Als Artemis ihre Jagdprobe hatte ablegen mĂŒssen, war diese Hirschkuh eine der fĂŒnf gewesen, die Zeus ausgewĂ€hlt hatte. Nachdem Herakles die Kuh ein Jahr lang gejagt und schlieĂlich gefangen hatte, zog er sich Artemisâ Zorn zu, da ihr die Hirschkuh geweiht gewesen war. NĂ€heres siehe Kerynitische Hirschkuh.
BezĂŒge in der modernen Literatur
Anna Seghers publizierte 1938 Sagen von Artemis.
Der irische Schriftsteller Eoin Colfer benannte seine Romanfigur Artemis Fowl nach der griechischen Göttin. Im dritten Band der Buchreihe âArtemis Fowl â der Geheimcodeâ erklĂ€rt Fowl: âArtemis ist normalerweise ein Frauenname, nach der griechischen Göttin der Jagd. Doch ab und an taucht ein Mann auf, der wegen seines Talents fĂŒr die Jagd das Recht erlangt, den Namen zu tragen.âcite-ref-34[34]
In der Buchreihe um Percy Jackson wird Artemis im dritten Band Percy Jackson: Der Fluch des Titanen von dem Titanengeneral Atlas entfĂŒhrt, von Percy, ZoĂ« und Thalia jedoch wieder befreit.
Literatur
âą Christian AugĂš, Pascale Linat de Bellefonds: Artemis in peripheria orientali. In: Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae (LIMC). Band 000002II, ZĂŒrich/MĂŒnchen 1984, S. 766â771.
âą Elinor Bevan: The Goddess Artemis and the Dedication of Bears in Sanctuaries. In: The Annual of the British School at Athens. Band 82, 1987, S. 17â22.
âą Walter Burkert: Structure and History in Greek Mythology and Ritual. Berkeley/Los Angeles/London 1979, S. 123â142.
âą Elif TĂŒl Eǧilmez: Darstellungen der Artemis als JĂ€gerin in Kleinasien. Dissertation, Mainz 1980.
âą Marc Föcking: Artemis. In: Maria Moog-GrĂŒnewald (Hrsg.): Mythenrezeption. Die antike Mythologie in Literatur, Musik und Kunst von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band 5). Metzler, Stuttgart/Weimar 2008, ISBN 978-3-476-02032-1, S. 151â163.
âą Wolfgang Helck: Betrachtungen zur GroĂen Göttin und den ihr verbundenen Gottheiten. MĂŒnchen/Wien 1971.
âą Buffie Johnson: Lady of the Beasts. Ancient images of the goddess and her sacred animals. Harper & Row, San Francisco 1988.
âą Lilly Kahil: Artemis. In: Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae (LIMC). Band 000002II, ZĂŒrich/MĂŒnchen 1984, S. 618â753.
âą Ulrike Muss (Hrsg.): Der Kosmos der Artemis von Ephesos. Wien 2001, ISBN 978-3-900305-36-9.
âą Theodor Schreiber: Artemis. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): AusfĂŒhrliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 558â608 (Digitalisat).
âą Erika Simon, Gerhard BauchhenĂ: Artemis/Diana. In: Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae (LIMC). Band 000002II, ZĂŒrich/MĂŒnchen 1984, S. 792â855.
âą Christiane Sourvinou-Inwood: Studies in Girlâs Transitions. Kardamitsa, Athen 1988.
âą Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff: Der Glaube der Hellenen. Band 2, Weidmann, Berlin 1931â1932, S. 147â150 Online (1931, archive.org).
Weblinks
Commons
: Artemis
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Literatur von und ĂŒber Artemis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Datensatz âArtemisâ im Mythoskop, dem Webportal zu antiken Mythen
âą Artemis im Theoi Project (englisch)
Einzelnachweise
cite-note-11. â John Chadwick, Lydia Baumbach: The Mycenaean Greek Vocabulary. In: Glotta. Band 41, 1963, S. 176 f. s. v. áŒÏÏΔΌÎčÏ, a-te-mi-to- (genitive); Christiane Souvinou: A-TE-MI-TO and A-TI-MI-TE. In: Kadmos. Band 9, 1970, S. 42â47; Tassos Christidis: Further remarks on A-TE-MI-TO and A-TI-MI-TE. In: Kadmos. Band 11, 1972, S. 125â128; a-ti-mi-te. Palaeolexicon, Word study tool of ancient languages.
cite-note-22. â qe-ra-si-ja, Linear B. Palaeolexicon, Word study tool of ancient languages.
cite-note-33. â áŒÏÏÎ”ÎŒÎźÏ. In: Henry George Liddell, Robert Scott: A Greek-English Lexicon. Perseus Digital Library.
cite-note-44. â áŒÏÏÎ±ÎŒÎżÏ, Henry George Liddell, Robert Scott: A Greek-English Lexicon. On Perseus Digital Library; áŒÏÏΔΌÎčÏ. In: Henry George Liddell, Robert Scott, A Greek-English Lexicon. Perseus Digital Library; Behind the Name: Meaning, Origin and History of the Name Artemis. Abgerufen am 13. Mai 2013 (englisch).
cite-note-55. â MichaĂ«l Ripinsky-Naxon: The Nature of Shamanism: Substance and Function of a Religious Metaphor. State University of New York Press, Albany NY 1993, S. 32.
cite-note-66. â Enrico Campanile in: Annali della Scuola Normale Superiore di Pisa. Bd. 28, 1959, S. 305; Giuseppe Restelli: La posizione dellâeolico dellâ Asia Minore (lesbico) e del tessalico rispetto allâantico eolico. In: Aevum. Bd. 37, 1963, S. 307 und 312. Edwin L. Brown: In Search of Anatolian Apollo. In: Charis: Essays in Honor of Sara A. Immerwahr. Hesperia Supplement 33, 2004, S. 251.
cite-note-77. â Oswald Szemerenyi: Etyma Graeca VII (35). In: Roland Bielmeier, Reinhard Stempel (Hrsg.): Indogermanica et Caucasica: Festschrift fĂŒr Karl Horst Schmidt zum 65. Geburtstag (= Studies in Indo-European language and culture). de Gruyter, Berlin / New York 1994, S. 213â214, Google Books; vgl. dazu auch Philo Hendrik Jan Houwink ten Cate: The Luwian Population Groups of Lycia and Cilicia Aspera during the Hellenistic Period. Brill, Leiden 1961, S. 166, zitiert in diesem Zusammenhang von Edwin L. Brown: In Search of Anatolian Apollo. In: Charis. Essays in Honor of Sara A. Immerwahr. Hesperia, Supplement 33, 2004, S. 252.
cite-note-1111. â Pausanias 7,19,1â6
cite-note-1414. â Pausanias 3,14,2
cite-note-1515. â Pausanias 3,16,9â11
cite-note-1616. â Pausanias 10,38,12
cite-note-1717. â Strabon 5,1,9
cite-note-1818. â Pausanias 7,18,8â13
cite-note-1919. â Margret Karola, Johannes NollĂ©: Götter, StĂ€dte, Feste. Kleinasiatische MĂŒnzen der römischen Kaiserzeit. Staatliche MĂŒnzsammlung, MĂŒnchen 2014, S. 61
cite-note-2020. â Robert Fleischer: Artemis von Ephesos und verwandte Kultstatuen aus Anatolien und Syrien (= Ătudes prĂ©liminaires aux religions orientales dans lâEmpire romain Bd. 35). Brill, Leiden 1973, ISBN 90-04-03677-6; Robert Fleischer: Artemis Ephesia. In: Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae (LIMC). Band 000002II, ZĂŒrich/MĂŒnchen 1984, S. 755â763. Guy MacLean Rogers: The Sacred identity of Ephesos. Routledge, London/New York 1991.
cite-note-2121. â Erika Simon: Die Götter der Griechen. MĂŒnchen 1969, S. 163; Karl Hoenn: Artemis. Gestaltwandel einer Göttin. ZĂŒrich 1946, S. 55 f.; Walter Wiebe: Gedanken eines Mediziners zum Brustschmuck der Artemis von Ephesos. In: WĂŒrzburger medizinhistorische Mitteilungen. 23, 2004, S. 69â123; hier: S. 70 f. und 88â90.
cite-note-2222. â Hieronymus, commentarium in Epistolam ad Ephesios libri tres praefatio (= ed. Migne L 26 col. 441): Paulus ⊠scribebat ad Ephesios Dianam colentes âŠ, sed illam multimammiam quam Graeci ÏολÏΌαÏÏÎżÎœ vocant, ut scilicet ex ipsa quoque effigie, mentirentur omnium eam bestiarum et viventium esse nutricem. (âPaulus schrieb an die Ephesier, die die Artemis als jene vielbrĂŒstige, die die Griechen ÏολÏΌαÏÏÎżÎœ nennen, verehren, wie man auch aus ihrem Bild selbst ersehen kann, und sie geben vor, dass sie die NĂ€hrerin aller Tiere und Lebewesen seiâ); Minucius 22,5: Diana ⊠est ⊠Ephesia mammis multis et uberibus exstructa ⊠(âDie Artemis von Ephesos ist mit vielen BrĂŒsten und Zitzen gemacht âŠâ); Walter Wiebe: Gedanken eines Mediziners zum Brustschmuck der Artemis von Ephesos. In: WĂŒrzburger medizinhistorische Mitteilungen. 23, 2004, S. 69â123; hier: S. 73 f. und 76 f. ĂŒbersetzt Minucius neu: âDiana ist zuweilen eine hochgeschĂŒrzte JĂ€gerin, zu Ephesos ist sie mit vielen und ĂŒppigen [fruchtbaren] BrĂŒsten behangenâ, wobei uber als Adjektiv gedeutet wird.
cite-note-2323. â GĂ©rard Seiterle: Artemis â die groĂe Göttin von Ephesos. In: Antike Welt. Jahrgang 10, Heft 3, 1979, S. 6â16; Walter Wiebe: Gedanken eines Mediziners zum Brustschmuck der Artemis von Ephesos. In: WĂŒrzburger medizinhistorische Mitteilungen. 23, 2004, S. 69â123; hier: S. 71 f. weist darauf hin, dass es sich bei den Opfertieren gemÀà Herodot um goldene Rinder handelte, was neben anderen Argumenten die Stierhoden-Deutung Seiterles wenig wahrscheinlich mache.
cite-note-2424. â Beate Bergbach-Bitter: Griechische Kultbilder. ArchĂ€ologischer Befund und literarische Ăberlieferung. WĂŒrzburg, Dissertation 2008, S. 316â321, uni-wuerzburg.de (PDF; 1,85 MB).
cite-note-2525. â Sarah Morris: The prehistoric background of Artemis Ephesia: A solution to the enigma of her âbreastsâ? In: Ulrike Muss (Hrsg.): Der Kosmos der Artemis von Ephesos. Ăsterreichisches ArchĂ€ologisches Institut, Wien 2001, S. 135â150.
cite-note-2626. â Walter Wiebe: Gedanken eines Mediziners zum Brustschmuck der Artemis von Ephesos. In: WĂŒrzburger medizinhistorische Mitteilungen. 23, 2004, S. 69â123.
cite-note-2828. â Pausanias 7,19,1â6
cite-note-2929. â Erster Beleg der Identifikation bei Aischylos fr. 170. In: Tragicorum Graecorum Fragmenta. 2. Aufl., 1889.
cite-note-3232. â Apostelgeschichte 19,35 | EinheitsĂŒbersetzung 2016 :: ERF Bibleserver. Abgerufen am 5. April 2022.
cite-note-331. Egon Gottwein: Hesiod: Theogonie. 28. September 2003, abgerufen am 13. Mai 2013 (deutsch, griechisch).
cite-note-3434. â Eoin Colfer: Artemis Fowl â der Geheimcode. List Taschenbuch, Berlin 2004, ISBN 3-548-60485-4, S. 278.